Gedicht des Monats August

Die Fische

Wem die Fische abends gerne lauschen?
Großem Meereswellenrauschen,
fernem Himmelsmöwenflattern
und den Winden, die in weißen Segeln knattern,
wenn die Sonne rot den Horizont hinunterrollt
und es donnernd aus den dunklen Wolken grollt

Staunend hören sie dem allen zu,
träumen nachts in ihrer meeresschwarzen Ruh,
dass sie Wolkensonnen gleich,
möwensegelweich,
ganz hoch oben an dem Himmel stehen
und im Wasser stumme Fische schwimmen sehen.

Gedicht des Monats Juli

Sommernacht

Als ich lag im Schlummerschlummer
kam ein fetter Brummerbrummer
machte laut mir Kummerkummer
bis ich müde mich vom Bett erhob

Sagte ich du dummerdummer
dicker fetter Brummerbrummer
machst mir nie mehr Kummerkummer
schlug mit einer Zeitung wild und grob

Doch der fette Brummerbrummer
fiel in keinen Schlummerschlummer
flog im Zimmer rumundrummer
bis ich wütend aus dem Zimmer stob

Gedicht des Monats Juni

Unwetter

Regen scheint
die Sonne schüttet
und es hagelt Laub
Bäume werfen Wolken ab
und die Nacht ist taub

Flocken schrein
der Himmel schlottert
und es bellt der Mond
Hunde fliegen durch die Zäune
wo der Tag sich sonnt

Cuxhaven feiert Krüss

Ein großes Fest: Krüss-Tag in Cuxhaven, also dort, wo der gute alte James einmal von Bord ging, um Helgoland, der Insel seiner Kindheit, den Rücken zu kehren und sein erfolgreiches Schriftstellerleben anderswo zu leben: in München und später auf Gran Canaria.

Es war das größte Fest, das es zum 100. Geburtstag des Dichters in diesem Jahr gibt. Die Stadtbibliothek hatte keine Kosten und Mühen gescheut. Der 11. Mai begann mit einer Lesung von mir vor 40 Kindern aus der Ritzebüttel-Grundschule. Ich habe Gedichte aus meinen Büchern gelesen – und aus dem Band „Gedi, Geda, Gedichte“, in dem 7 Dichterinnen und Dichter, die sich im letzten Jahr auf Helgoland trafen, eine poetische Spurensuche zu Krüss veranstalten. Die Kinder der 4. Klassen waren begeistert und stellten am Schluss fast eine halbe Stunde lang Fragen. Wunderbar.

Am Nachmittag trudelten dann drei weitere Dichterinnen und Dichter ein, die an dem Buch „Gedi, Geda, Gedichte“ beteiligt waren, um mit mir zusammen unser Krüss-Buch zu präsentieren. Es war ein genialer Erfolg. Der Veranstaltungssaal der Stadtbibliothek brechend voll. Beifall nach jedem vorgetragenen Gedicht. 75 Leute waren voller Lust und Freude bei unseren Gedichten dabei. Am Ende wurde „Zugabe!“ gerufen. Und alle vier, Mona Harry, Michael Augustin, Manfred Schlüter und ich, haben zum Dank jeder einen letzten Text gelesen. Ganz großes Kino! Danke, liebe Cuxhavener, für diesen wunderbaren Krüss-Tag.